Künstliche Intelligenz beschäftigt (auch) die Kunst – als Werkzeug, als Thema und als künstlerische Methode. Wir berichten über unsere Grundlagenstudie zu einem Kompetenznetzwerk an der Schnittelle von Kunst, Technologie und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen.
Für viele Künstler:innen eröffnet KI neue Möglichkeiten, gleichzeitig wirft sie komplexe Fragen auf. Um nur einige zu nennen: Was sind technischen Möglichkeiten und wie können sie erlernt werden? Wie verhalten sich KI und Urheberschaft zueinander? Welche ästhetischen Phänomene entstehen in der Zusammenarbeit mit einer künstlichen Intelligenz? Und wer steht hinter den Technologien? Gibt es ethisch „bessere" und „schlechtere" Modelle?
Der große Bedarf an Weiterbildung an der Schnittstelle von KI und Kunst für werdende und erfahrene Künstler:innen aller Sparten sowie Kulturschaffende in NRW sind Ausgangspunkt für ein inhaltlich innovatives und organisatorisch anspruchsvolles Projekt, dessen Realisierung im Februar 2026 durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen bekannt gegeben wurde. Zuvor hatten wir von METRUM im Auftrag des Ministeriums eine Grundlagenstudie erstellt, als deren Resultat nun „K3 KI.Kunst.Kultur“ entsteht.
„K3 KI.Kunst.Kultur“ ist ein landesweites Kompetenznetzwerk, das Kulturschaffende, Forschung und Technologie enger miteinander verbindet. Die Geschäftsstelle des Netzwerks wird an der Akademie für Theater und Digitalität am Theater Dortmund angesiedelt und koordiniert künftig die Zusammenarbeit von 23 Partnerinstitutionen aus Kultur, Wissenschaft und Kulturpolitik. Ziel ist es, vorhandene KI-Kompetenzen und -initiativen im Kulturbereich sichtbar zu machen, neue Kooperationen anzustoßen und die praktische Arbeit mit KI als Teil künstlerischer Prozesse zu fördern. Dafür setzt das Netzwerk auf verschiedene Formate – darunter niedrigschwellige Weiterbildungsangebote, eine mehrmonatige KI-Akademie sowie künstlerische Residenzen an mehreren Standorten in Nordrhein-Westfalen. Neben der Akademie für Theater und Digitalität sind u. a. das Kulturforum Witten und Burg Hülshoff – Center for Literature beteiligt.
Die Geschäftsstelle bündelt als zentrale Anlaufstelle Wissen, initiiert Projekte und schafft Räume für Austausch und Experiment. So soll Nordrhein-Westfalen eine Vorreiterfunktion für die künstlerische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit KI einnehmen.
Im Rahmen der Studie haben wir bestehende Angebote rund um KI in Kunst und Kultur in Nordrhein-Westphalen erfasst und bewertet, viele Gespräche mit Expert:innen, Netzwerkakteuren und Vertreter:innen der Zielgruppen geführt und prototypische Modelle für Netzwerkstrukturen, Organisation und Finanzbedarf entwickelt. Inhaltlich hat dieses Projekt an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Wissenschaft unseren Horizont erweitert – wir durften mit ausgewiesenen KI-Forscher:innen, renommierten zu KI arbeitenden Künstler:innen und sehr engagierten Kulturakteuren sprechen. Der enge Kontakt zu diesen Playern in der Phase der Grundlagenstudie hat schon zu diesem frühen Zeitpunkt wichtige Vernetzungsimpulse gesetzt.
Die Realisierung des landesweiten Kompetenznetzwerks ist für uns ein inspirierendes Beispiel für eine öffentliche Kulturverwaltung, die Impulse aufgreift, fördert und Vernetzung vorantreibt.
Bei METRUM haben das Projekt federführend Theresa Schnell und Meike Schlicht bearbeitet.
